Konfirmandenunterricht um 16:00 Uhr
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Gemeinsam an einem Tisch sitzen, miteinander essen, ins Gespräch kommen und sich dabei kennenlernen: Mit einem Friedensmahl, das Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft verbindet, hat der Interreligiöse Dialogkreis Völklingen am Samstag, 15. August, sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Im Pfarrgarten und Begegnungszentrum der katholischen Pfarrei St. Eligius feierten die Teilnehmenden nicht nur ihre Vielfalt, sondern auch die Überzeugung, dass gegenseitiges Verständnis die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben ist. Neben katholischen und evangelischen Christen sowie der apostolischen Gemeinde gehören dem Interreligiösen Dialogkreis Völklingen verschiedene muslimische Gruppierungen, die alevitische Gemeinde Saarland und Umgebung sowie die kurdische Gemeinde vom Kurdistan Kulturzentrum e.V. Völklingen und Vertreter der Bahá’í an.
„Als der Dialogkreis gegründet wurde, ging es um eine einfache, aber mutige Idee: Dass Frieden nicht zufällig entsteht und Zusammenleben Arbeit macht. Der andere ist kein Fremder mehr, wenn man seine Geschichte kennt“, sagte die Sprecherin des Dialogkreises, Monika Schwanengel, die der Bahá’í-Gemeinde angehört. „Dieser Kreis ist ein Stück gelebte Hoffnung in einer Zeit, in der Unterschiede oft so laut betont werden.“ Bei den Treffen habe es oft lange Diskussionen gegeben: „Wir waren in den letzten Jahren nicht immer einer Meinung, aber wir sind geblieben, haben einander zugehört und zusammen gebetet“, blickt sie zurück.
Der Interreligiöse Dialogkreis kann in den 20 Jahren auf zahlreiche Veranstaltungen zurückblicken. Dazu gehören die gegenseitigen Besuche in den Kirchen und Moscheen sowie die Reise zum Bahá’í-Tempel bei Frankfurt. Neben dem Friedensmahl, das in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand, gehören das interreligiöse Bikergebet zum Saisonauftakt sowie das interreligiöse Friedensgebet für die Ukraine zum festen Programm. „Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine treffen wir uns jeden ersten Freitag im Monat, um gemeinsam für den Frieden zu beten“, so Schwanengel. „Was ich am meisten mitnehme, ist das ganz Normale: „Das ‚Schön, dass du da bist‘, die Umarmungen, die Freundschaften, die entstanden sind. Das sind die Bausteine des Friedens: Nicht groß und laut, sondern echt und menschlich. Der Friede beginnt am Küchentisch, in der Eisdiele, in der Moschee, in der Kirche, in der Synagoge, im Tempel – und hier bei uns!“
Im Namen der Stadt Völklingen gratulierte Schirmherr Oberbürgermeister Stephan Tautz: „Danke für das, was Sie hier auf die Beine gestellt haben und zeigen, dass Völklingen eine multikulturelle Stadt ist. Wir haben – trotz einiger Schicksalsschläge – eine tolle Stadt mit tollen und begeisterungsfähigen Bürgerinnen und Bürgern. Ich wünsche dem Interreligiösen Dialogkreis, dass er auch seinen 30. Geburtstag feiern wird.“ Stellvertretend für die Landesregierung überbrachte Sozialstaatssekretärin Bettina Altesleben Glückwünsche: „Das Jubiläum zeigt, dass wir nicht nur an einem Tag, sondern bereits über eine lange Strecke miteinander im Dialog sind und miteinander die Unterschiede zu einer Gemeinsamkeit führen. Es ist schön festzustellen, dass die Unterschiede, die wir hier mit Blick auf verschiedene Kulturen und Religionen haben, uns nicht auseinandertreiben, sondern uns hier in Völklingen miteinander verbinden. Wie einer von dem anderen lernen kann, wie wir aufeinander zugehen können und wie wir daraus eine wunderbare Geschichte machen.“
Nach dem kurzen Festakt war die Bühne frei für das kulturelle Programm, durch das Bärbel Dahmen von der apostolischen Gemeinde führte. Den Auftakt bildete Vorsänger Muhammed Bektes von der IGMG-Moschee in Luisenthal, der ein Segensgebet sang. Die Jugendgruppe der DITIB-Moschee Selimiye Camii, der Singkreis der Alevitischen Gemeinde, die Tanzgruppe des kurdischen Vereins BERFIN sowie weitere Gruppen gestalteten den Nachmittag. Mit Spielen wie Riesen-Jenga und Sackloch bot das Team vom kirche:mobil des Pastoralen Raums Völklingen ein Programm für Kinder an. Von Köfte bis Käseplatte, von Biskuitrolle bis Baklava reichte das kulinarische Buffet des Friedensmahles mit Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern im Begegnungszentrum. Zum Abschluss des offiziellen Programms sprach Bärbel Dahmen ein Gebet, in dem sie die Einheit und das gute Miteinander betonte. „Vieles, was uns verbindet, ist größer als das, was uns trennt.“