Konfirmandenunterricht um 16:00 Uhr
Dietrich Bonhoeffer Haus Trierer Straße 37 66822 Lebach weiterlesen
Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen in der vierten Fastenwoche! Wie umgehen mit den Gefühlen anderer? – dieser Frage gehen wir dieses Mal nach.
Das, was wir uns vermutlich alle von einem Gegenüber wünschen, ist Verständnis und Empathie. Biblisch ausgedrückt heißt das: Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. So hat es Paulus ausgedrückt. Jemanden zu haben, der mich wirklich versteht, der mir zuhört und mir nicht seine Gefühle überstülpt – das ist eine wunderbare Erfahrung.
Dazu gehört, dass ich einen Unterschied zwischen meinen und deinen Gefühlen machen kann. Dass ich nicht verantwortlich bin für die Gefühle meines Gegenübers.
Es bedeutet aber auch echte Beziehung: Sich mit einem anderen mitfreuen können, ohne Neid, ohne „Aber“, ist die Fähigkeit, im Erfolg des Nächsten nicht die eigene Lücke zu sehen, sondern ein Geschenk des Lebens.
Trauer teilen - kann heißen, im Schmerz anderer nicht wegzuschauen oder zu beschwichtigen („Das wird schon“), sondern auszuhalten, was nicht zu lösen ist. Manchmal ist Schweigen oder eine Träne mehr wert als ein Rat.
Warum ist die Haltung des Paulus vielleicht sogar radikal? In einer Welt, die Gefühle oft als privat oder störend abtut, bricht Paulus etwas auf: Gemeinschaft entsteht nicht durch Gleichgültigkeit, sondern durch die Bereitschaft, sich berühren zu lassen. Das ist anstrengend – aber genau hier wird Kirche und werden wir selbst lebendig.
Wo habe ich diese Woche jemandem wirklich zugehört? Wo habe ich meine Freude oder Trauer geteilt – nicht nur erzählt?
Herzliche Grüße
Andrea Sattler
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Kirchengemeinde Lebach-Schmelz